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47 Einsätze, viele Herausforderungen - und Millioneninvestitionen

Aktualisiert: 19. Nov. 2025

Hauptversammlung Freiwillige Feuerwehr

Wenn in Satteldorf das Martinshorn ertönt, ist schnelle Hilfe durch die Feuerwehr garantiert – doch wie viel Einsatz hinter dieser Sicherheit steckt, wurde bei der Hauptversammlung im LSF-Vereinsheim deutlich. Rund 40 Feuerwehrleute sowie Vertreter des Gemeinderats und weitere Ehrengäste hörten den Worten von Bürgermeister Thomas Haas zu, der die Einsatzkräfte als „Sicherheitsgeber rund um die Uhr“ würdigte. Der alte und neue Kommandant Fabian Bierlein präsentierte Zahlen, die beeindrucken und zugleich herausfordern: Zwar hält sich die Mitgliederzahl stabil bei 80, gebraucht würden jedoch 111 Einsatzkräfte. In der Ausbildung gibt es Fortschritte, etwa bei Atemschutz und Maschinisten, während es bei Führungskräften an Lehrgangsangeboten fehlt. 47 Einsätze bewältigte die Wehr im vergangenen Jahr, darunter viele auf der Autobahn – der Hauptgrund dafür, dass die Zehn-Minuten-Hilfsfrist seltener eingehalten werden kann. Parallel läuft die Digitalisierung mit Digitalfunk und dem neuen Einsatzunterstützungssystem Alamos. Bürgermeister Haas kündigte Investitionen von über zwei Millionen Euro sowie höhere Entschädigungen für die Feuerwehr an.

Gewählt wurde ebenfalls.


Die Ergebnisse und mehr zur Feuerwehrhauptversammlung untenstehend.


Einer der 47 Einsätze: ein schwerer Unfall auf der B290 mit sieben verletzten Personen.
Einer der 47 Einsätze: ein schwerer Unfall auf der B290 mit sieben verletzten Personen.

Bierlein, Weidmann, Pelz: Führungstrio für weitere fünf Jahre

„Sie sorgen in unserer Gemeinde für Sicherheit, für Schutz und für Vertrauen. Sie übernehmen Verantwortung, wo andere Hilfe brauchen. Sie sind da, wenn’s brennt, wenn’s kracht oder wenn’s einfach schnell gehen muss“ – mit diesen Worten begrüßte Bürgermeister Thomas Haas die rund 40 Feuerwehrleute vergangene Woche zur Hauptversammlung der Feuerwehr Satteldorf im LSF-Vereinsheim in Gröningen. Gekommen waren auch Vertreter des Gemeinderats und weitere Ehrengäste, darunter Kreisbrandmeister Joachim Wagner, der Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzende Alfred Fetzer und Roland Schmitt, Obmann der Altersabteilungen des Kreisfeuerwehrverbands sowie die Feuerwehrkommandanten der Nachbargemeinden. Neben Ehrungen, Beförderungen und Verpflichtungen standen in diesem Jahr auch Wahlen auf der Tagesordnung.



Den Beginn machte Feuerwehrkommandant Bierlein mit seinem Bericht – und jeder Menge Zahlen und Fakten. Die Mitgliederzahl etwa liegt seit Jahren konstant um 80. Grundsätzlich gut, dass es hier keinen Abwärtstrend gibt, aber: Um das Soll an Einsatzkräften zu erreichen, bräuchte es 111 Einsatzkräfte. Bezüglich der Ausbildung der Mitglieder gibt es ebenfalls gute und schlechte Nachrichten: Die Ausbildung geht in vielen Bereichen voran, beispielsweise bei den Atemschutzträgern und den Maschinisten. Gerade bei den Führungskräften aber gibt es noch Bedarf – wobei es hier nicht am Willen liegt. Hier gibt es vonseiten der Landesfeuerwehrschule aus Sicht Bierleins zu wenig Angebot, insbesondere für praxisnahe Präsenzfortbildungen.


47 Einsätze gab es für die Feuerwehr im vergangenen Jahr – 44 Prozent auf Gemarkung Satteldorf, 15 Prozent Ellrichshausen und 13 Prozent Gröningen. Knapp ein Drittel der Einsätze fand auf der Autobahn statt. Die ist es im Übrigen auch, die dafür sorgt, dass die Zehn-Minuten-Hilfsfrist seltener eingehalten werden kann: Schafften es die Feuerwehrmänner und -frauen 2024 noch in 92 Prozent aller Fälle innerhalb der Frist zum Einsatzort, waren es 2025 nur noch 79 Prozent. Erklärbar ist dies durch die teils langen Anfahrten für Einsätze auf der Autobahn, so Bierlein. Rechnet man diese raus, liegt die Quote wieder deutlich über 90 Prozent.


Aktuell ist die Feuerwehr nach wie vor mit der Digitalisierung beschäftigt. Der Digitalfunk für das Magazin und die Fahrzeuge ist bereits beschafft, momentan steht unter anderem die Einführung der digitalen Einsatzunterstützung Alamos an.


Nach den Berichten der Abteilungen Satteldorf und Ellrichshausen sowie des Jugendfeuerwehrwarts und der Altersabteilungen begrüßte Bürgermeister Thomas Haas die Gäste. „Sie sind unsere Sicherheitsgeber an 365 Tagen im Jahr – rund um die Uhr“, bedankte er sich bei den Anwesenden. Bürgermeister Haas zählte die umfangreichen Investitionen auf, die in den kommenden Jahren bevorstehen oder jüngst getätigt wurden: ein HLF 10, Digitalfunk, ein neuer MTW, zwei LF 10 und Investitionen in IT und Infrastruktur. Insgesamt fließen mehr als zwei Millionen Euro in fünf Jahren in die Feuerwehr. Um die Wertschätzung gegenüber der Feuerwehr zusätzlich zu verdeutlichen, werden zudem die Entschädigungen für die Floriansjünger nach oben angepasst – und das rückwirkend zum Jahresbeginn 2025 und nicht, wie vom Kreisfeuerwehrverband vorgeschlagen, ab kommendem Jahr. „Ihre Arbeit ist uns etwas wert“. Trotz einer zunehmend schwierigen finanziellen Lage, etwa durch die Erhöhung der Kreisumlage, habe die Sicherheit Priorität.


Bürgermeister Haas lobte die „offene und transparente“ Zusammenarbeit sowie das Engagement der Jugend- und Altersabteilungen. Und er dankte den scheidenden Funktionsträgern für „echtes Engagement“.


Kreisbrandmeister Joachim Wagner und der Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzende Alfred Fetzer warfen anschließend einen Blick auf das große Ganze: Der Krieg in der Ukraine und die damit verbundene hybride Bedrohung, Streuung von Desinformationen sowie Anschläge auf die Strom- und Verkehrsinfrastruktur – es gibt aktuell viele Herausforderungen. Die Feuerwehr bekommt hier zahlreiche Aufgabe übertragen, etwa in den Bereich Zivilschutz und der Versorgung. Das ist sinnvoll, zu häufig wird aber das Konnexitätsprinzip vergessen, so Wagner. Und das, wo es um die Haushalte der Landkreis nicht gut steht. Fetzer sieht sie Demokratie gar auf wackligen Beinen stehen. Hier muss sich auch die Feuerwehr einsetzen, stets unter dem Gebot der politischen Neutralität. Ihm ist insbesondere der Austausch wichtig, nicht nur interkommunal, sondern auch über Bundesländer hinweg.


Das LSF-Vereinsheim war gut gefüllt.
Das LSF-Vereinsheim war gut gefüllt.

Wahlen


Fabian Bierlein

Feuerwehrkommandant

Klaus Weidmann

Erster stellvertretender Feuerwehrkommandant

Benjamin Pelz

zweiter stellvertretender Feuerwehrkommandant

Timo Krauss

Mitglied des Feuerwehrausschusses

Jessie Campbell

Mitglied des Feuerwehrausschusses

Alexander Wilferth

Mitglied des Feuerwehrausschusses

Dennis Doubek

Mitglied des Feuerwehrausschusses

Lisa Reichelt

Mitglied des Feuerwehrausschusses

Stefan Geschwandtner

Mitglied des Feuerwehrausschusses

Jens Uhlarsch

Jugendfeuerwehrwart

Uli Oldenburg

Leiter der Altersabteilung

Ehrungen


Mark Probst

25 Jahre (aktiver Feuerwehrdienst)

Kurt Lächner

40 Jahre (aktiver Feuerwehrdienst)

Verpflichtungen


Noemi Ehret

Feuerwehrfrauanwärterin

Nils Krell

Feuerwehrmannanwärter

Margit Staudacher

Oberlöschmeisterin

Beförderungen


Johannes Feuchter

Feuerwehrmann

Richard Rode

Feuerwehrmann

Johannes Albrecht

Oberfeuerwehrmann

Leonhard Kohlberger

Oberfeuerwehrmann

Jan Munz

Oberfeuerwehrmann

Robin Rauschenberger

Oberfeuerwehrmann

Dennis Doubek

Löschmeister

Auszeichnungen


Wilhelm Volz

Leistungsabzeichen Bronze

Verabschiedungen


Alexander Bauer

16 Jahre Dienstzeit, Löschmeister

Hans Danier

29 Jahre Dienstzeit, Hauptbrandmeister

Lars Hörle

19 Jahre Dienstzeit, Hauptfeuerwehrmann

Christian Reu

25 Jahre Dienstzeit, Löschmeister

Ernst Reu

Leiter der Altersabteilung


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